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Magier

Das Wort Magie bedeutet für jeden Menschen etwas anderes, es gibt keine genaue Spezifizierung des Begriffs, er wird für vieles gebraucht. Man verwendet man ihn um Gefühle oder Momente oder auch Dinge zu beschreiben („Die Magie des Kinos"). Doch sobald etwas nicht mehr ganz erklärlich erscheint, erhält es die Bedeutung des mystischen, was sehr schnell auch Magie ins Bewußtsein ruft. In unserer Zeit gibt es sogenannte „Zauberer", wie Copperfield oder S & R, aber sie sind Illusionisten und bedienen sich nicht der Magie, die wir Phantasten in unserer Fantasy-Welt antreffen und versuchen zu beherrschen.
Magie steht für uns alle in einem gänzlich anderem Zusammenhang. Wenn ich das Wort „Magie" nur höre, so fallen mir augenblicklich phantastische Wesen ein, die in einer mystischen Welt Leben und wo es möglich ist durch Gedanken Gegenstände zu beeinflußen und die uns bekannten physikalischen und biologischen Gesetzmäßigkeiten zu brechen.
Doch bevor ich weiter diesen Weg beschreite, will ich versuchen Magie noch etwas näher zu erläutern. Dabei werde ich mich nun ausschließlich auf Fanatasy beziehen:

Magie ist nicht ein Ding, das jeder, der will, beherrschen kann. Auch gibt es keine gute und schlechte Magie, wie es immer vorschnell von Unwissenden unterschieden wird. Diese Unterscheidung kann nur durch die Auswirkungen der Anwendung von Magie und den eigenen Wertvorstellungen getroffen werden. Jedes Ding läßt sich zum guten oder Bösen benutzen, so ist es mit der Magie nicht anders. Nimm ein Messer und schäle eine Kartoffel, oder schneide einem harmlosen Bettler die Kehle durch. Eines ist gut und das andere böse. Haben wir von nun an also „gute" und „böse" Messer? Also, es ist wohl verständlich, gute oder böse Magie ist dasselbe, es ist eins. Trotzdem haben sich die Bezeichnungen "gute & weiße" sowie "schwarze & böse" Magie eingebürgert, eben gerade dafür, die Gesinnung der Zauberkundigen besser einordnen zu können.
Was für Möglichkeiten der Anwendung gibt es aber? Die Ansatzpunkte sind so zahlreich, wie das Reich der Fantasy sich erstreckt. Es gibt mittlerweile viele verschiedene „Zauberarten" und unzählige Magierorden, die sich für eine spezielle Art des Magiewirkens entschieden haben. Um nur ein paar Magiearten zu nennen: Gildenmagie, Elementmagie, Magie der Gestirne, Hexenzauber, Druidenmagie, Nekromantie, Schamanismus, usw. Diese Magien, die in Wirklichkeit doch nur eine sind, unterscheiden sich im Ansatzpunkt und den daraus möglichen Zaubern. Ich bin nicht fähig die genannten Beispiele im einzelnen aufzuschlüsseln und die möglichen Zauber jeder Magie einzukreisen - das bleibt jedem selbst überlassen. Um aber zu verdeutlichen, wie ein Zauber zustandekommt, auch bezüglich der Wirkungsweise, möchte ich ein Beispiel zur Entwicklung eines Zaubers schildern:

''Einst kam ein junger Dunkelelb zu mir und ersuchte mich um meine Hilfe. Er hatte gerade erst begonnen seine Magie zu entdecken und er hatte ein großes Potential; nur konnte er seine Macht nicht gezielt lenken und kontrollieren. Er wollte von mir die Kontrolle über Pflanzen erlernen, um einen Gegner am Boden festzuwurzeln. Er hatte diesen Zauber am Tage im Kampf beobachtet und war fasziniert. Wir gingen ein Stück weit in den Wald, um uns ungestört ans Werk zu machen. Ich fragte ihn, woher er seine Magie beziehe und wie er sie wirke; er konnte es nicht genau sagen, doch er spürte eine starke Verbundenheit zur Erde, auf der wir Platz genommen hatten. Es war ein guter Waldboden, vom Laub bedeckt und der Duft des gestrigen Regens lag über uns. Er konnte das Leben unter sich fühlen. Ich hieß ihm seine Handflächen auf den Boden zu legen und sich zu konzentrieren, die Impulse der Erde zu sprüren. Später bat ich ihn, die Anstrengung auf sich zu nehmen, den Lebensstrom durch seinen Körper zu leiten, seine Richtung zu ändern und zu beeinflußen. Nach kurzer Zeit gelang es ihm, doch er konnte dem Strom nicht lange standhalten und sackte erschöpft zusammen. Er hatte die Energien der Erde in sich gefühlt und aufgenommen, so erholte er sich schnell und wir versuchten es wieder. Anschließend, als es ihm bereits recht gut gelang machte er sich ans Werk, die Ströme unter der Erde zu leiten, ohne sich selbst dabei in dieser Weise zu belasten. Wir übten daran viele Stunden, ehe er etwas zustande brachte, doch er lernte außerordentlich schnell, seine Kräfte zu beherrschen. Noch in dieser Nacht konnte er die Ströme in kleinen Pflanzen kontrollieren und er beeinflußte die Wachstumsrichtung eines Grashalmes. Zur Verwurzelung war der Weg noch weit, doch der Elb übte unermüdlich weiter. Der nächste Schritt, den wir am folgenden Tag unternahmen, war der Versuch das Wachstum einer Pflanze zu beschleunigen und gleichzeitig zu lenken; nach einigen Stunden waren meine Schuhe von Gras überwuchert. Manchmal geriet ihm die Kontrolle wieder aus den Händen und es hörte nicht auf zu wachsen. Es war schon überaus erstaunlich, mit welcher Geschwindigkeit er es fertigbrachte seine Fähigkeiten zu kontrollieren. Ein Mensch würde dafür Jahre intensiven Übens benötigen. Am dritten Tag endlich gelang es ihm die Wurzeln eines Strauches zu bewegen und er ließ eine Ranke an meinen Beinen emporklettern. Fürwahr ein außergewöhnlicher Schüler, dieser Silver. Ich habe ihn bis heute nicht wieder gesehen.''

Diese Szene erlebte ich auf einem LARP und es war eine der intensivsten, die ich bis heute erlebt habe. Der Dunkelelb zog seine Kraft aus der Erde und der gesamten Natur. Ich hingegen, ein Kriegermagier, zog meine Magie aus den Gestirnen, vor allem dem Mond. Am Tage ist deshalb meine Magie sehr geschwächt, aber bei Vollmond um so gewaltiger.
Ich erwähnte vorhin, nicht jede Wirkungsweise der Magie kann jeden Zauber hervorbringen. Ich denke, das ist durchaus verständlich. Ein Magier, der seine Kraft aus dem Bösen schöpft, sprich der mit Dämonen in Kontakt steht und dergleichen, der hat nur wenig direkten Einfluß auf die Natur wie z.B. der Dunkelelb und ist hier eingeschränkt.
Jedes Wesen, welches sich Magie in irgendeiner Form zu Nutzen macht, hat seine eigene Methode, wobei die Mehrheit der Menschen der Magie nicht fähig ist. Bei Terry Pratchets „Zauberhut" ist nur jeder achte Sohn eines achten Sohnes zur Magie fähig und nur der achte Sohn eines achten Sohnes eines achten Sohnes, also ein Zauberer hoch zwei, wird ein richtig mächtiger Zauberer werden; Pratchet bezeichnet diesen als kreativen Magus. Nun, Pratchet hat natürlich keine Allgemeingültigkeit für Zauberer, doch spiegelt diese Erklärung die Seltenheit wirklicher Magier vortrefflich wieder. In der Fantasy-Literatur finden wir jedoch, wie ich meine glücklicherweise, öfter Magier. Die berühmtesten sind ohne Frage ''Gandalf der Graue" aus dem ''Herr der Ringe" und der ''Merlin" aus der Arthus-Sage. Der Merlin ist übrigens nicht ein Mann gewesen, sondern ein Titel, der von einem Zauberer zum nächsten übergeben wurde - so entstand die Legende, der Merlin würde ewig leben.
Wie steht es mit der Stärke eines Magiers? Wie kommt es zur totalen Erschöpfung eines Zauberkundingen? Als in meiner kleinen Con-Szene der Elb durch die Energieströme zusammensackte, war er erschöpft. Es kostet unglaublich viel geistige Kraft Magie zu beherrschen und zu verarbeiten. Das ist auch der Grund, aus dem Magier und andere magische Wesen häufig sehr intelligent sind. Das Paradebeispiel hierfür sind Drachen. Häufig wurden in ihren Behausungen stapelweise Bücher in ihrer eigenen Schrift gefunden, der niemand außer ihnen fähig ist; und Drachen sprechen die wahrscheinlich komplizierteste Sprache in der ganzen Fantasy-Welt, was wiederum ein Zeugnis ihres immensen Intellekts ist.
Der Intellekt ist aber nicht allein für die Ausdauer eines Magiers verantwortlich. Übung tut ihr übriges. Beides zusammen kann eine vortreffliche Beherrschung der Magie ermöglichen und eine hohe Ausdauer. Wie schnell dieselbe zur Neige geht hängt letztlich vom Kraftaufwand eines Zaubers ab. Das Wirken einer kleinen Flamme in der Hand verbraucht selbst bei einem ungeübten Magus kaum Energien, wogegen eine Verwurzelung schon eine verhältnismäßig starke Konzentration und Ausdauer erfordert. Eine Wiederbelebung schließlich erfordert gar ein großes Ritual, bei dem mehrere Magier ihre Kräfte vereinen müssen.
So vielfältig die Wirkungsweisen sind auch die Lebensphilosophien, die hinter jedem Magier stehen. Naturverbundene dulden oft keine Schändung oder Mißbrauch von Pflanzen (hier ein Gruß an alle Elbenspieler auf LARPs) und leben in den Wäldern in zweckmäßigen Behausungen, wobei andere sich nur in vornehmen Adelskreisen aufhalten und sich in samtne Gewänder hüllen. Einen Magier kann man nicht immer an seinem Äußeren oder seinem Gehabe erkennen, genausowenig wie man einen Adeligen von einer Wildsau unterscheiden kann (aber nein, ich habe doch nichts gegen den Adel!).


Alles, was du eben gelesen hast, sind meine persönlichen Gedanken über Magie. Ich hatte ursprünglich vor, Magie zu umschreiben, als einen klaren Text, der richtig und wahr ist. Während meinem Schreiben aber merkte ich, daß es keine allgemeingültige Umschreibung dafür geben kann - Magie bedeutet für jeden etwas anderes und jeder fühlt etwas anderes. Etwas magisches mit Worten festzuhalten und ihm die Bewegung zu nehmen ist nicht möglich, denn Magie ist für mich das Leben an sich und mit ihr verbinde ich in einem Zug die Phantasie und mein ganzes Leben.

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